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Kieler Nachrichten vom 30.11.2001 < zurück

Im Jazztaumel: J. Halada (vorne) und H. Kretzschmar. Foto bos

Sie sind gesetzte Größen der hiesigen Jazzszene, spielten in unterschiedlichsten Projekten. Vor zwei Monaten dann die spontane Gründung von "Miracle". Benannt nach Miracle - Im Jazztaumel - KN 2001 einer Eigenkomposition von Pianist Martin Moldenhauer, fütterte jener zusammen mit Jiri Halada (Saxophon), Harry Kretzschmar (Bass) und Schlagzeuger Peter Weise eine bewährte Schablone des klassischen Jazzensembles, das an diesem Abend in der Pumpe vor allem durch Originals glänzte. Weich spielen sich Saxophon und Piano die Bälle zu, nehmen vom anderen das Grundthema auf, dann folgt wilde Jazz Improvisation.  

Trotz technischer Raffinesse und Professionalität machen die Musiker nie zu viel, lassen dem Zuhörer Raum. Dem schnellen Standard "Lester leaps in" folgen zwei Originals, Eigenkompositionen von Moldenhauer, danach die Samba "Straight on red" von Pat Metheny. Auf der Live Platte "Travels", mit Gesang und Gitarre dargeboten, scheint das Stück für die Besetzung Miracles kaum geeignet, das Quartett macht sich einen Spaß daraus, die Nummer eigenwillig zu interpretieren. Songs werden zunehmend transparenter, smooth ertönen die Leadinstrumente in "Antonelli" – inspiriert vom gleichnamigen ALDI-Keyboard - und dem "Celebration Blues", bei denen Saxman Jiri Halada sein Kompositionstalent vorstellt. Hat Halada mal nichts zu blasen, gewährt er Soloaktivitäten seiner Mitmusiker Raum. 
Im Timing kommt der Groove von Peter Weise, trockene Trommelwirbel als Wohltat für die Jazzerseele. Kontrabassist Harry Kretzschmar führt durch den Set, lässt sein Holzinstrument wohltemperiert erklingen. Es folgt eine brillante Version von "Dear old Stockholm", eigentlich ein schwedisches Volkslied, bevor Meister Miles Davis es Ende der 60er durch die Trompete jagte und sein musikalisches Monument untermauerte. 
Applaus gewährt das Publikum gelungenen Soli, die auch nach der Pause eine wesentliche Rolle im Aufbau der Stücke spielen. Cole Porters "What is this thing called Love" ist nur eines der I-Tüpfelchen im zweiten Teil, der noch einmal die Vielseitigkeit Miracles untermauert. cpu


Ein Artikel aus den Lübecker Nachrichten: "Amerikanische Musik!" > 

Miracle - lübecker Nachrichten - Amerikanische Musik

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